Politische Gegner
Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter. Eine Tafel im Bürgerschaftssaal nennt sieben verfolgte Abgeordnete, darunter Julius Leber und Johannes Stelling. Der Redakteur Fritz Solmitz wurde im KZ Fuhlsbüttel ermordet.
Ein Film von Florian Wartner und Michael Haydn über die erhaltenen Gestapo-Zellen im Lübecker Zeughaus. Premiere am 20. November 2026.


1594 im Stil der niederländischen Renaissance errichtet: Backstein, Sandstein, abgetreppte Giebel. Waffenarsenal, Kaserne in der Franzosenzeit, Wollmagazin bis zum Ersten Weltkrieg. Ab 1923 nutzt die Polizei das Haus, mit Gewahrsamszellen im Keller.
Nach 1933 wird es Sitz der Geheimen Staatspolizei. Die Zellen im Untergeschoss sind bis heute erhalten. Öffentlich zugänglich sind sie nicht.
53° 51′ 41,5″ N · 10° 41′ 5,1″ O

Die Türen im Keller des Zeughauses öffnen sich nur selten. Wir haben sie mit der Kamera betreten und mit denen gesprochen, die heute neben diesem Ort leben, arbeiten und Verantwortung tragen: mit dem Bürgermeister der Hansestadt Lübeck, der Pastorin am Dom und mit Nachbarinnen und Nachbarn.
„Es ist wichtig, dass dieser Ort eine Stimme erhält.“



Die Zellen sind bis heute erhalten. Und verschlossen.
Nicht öffentlich zugänglich. Eine Initiative fordert einen Gedenk- und Lernort.
Politische Gegner, homosexuelle Männer, Christen im Widerstand, Jüdinnen und Juden: Für viele begann der Weg in Haft, Lager oder Tod hier unten.


Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter. Eine Tafel im Bürgerschaftssaal nennt sieben verfolgte Abgeordnete, darunter Julius Leber und Johannes Stelling. Der Redakteur Fritz Solmitz wurde im KZ Fuhlsbüttel ermordet.
Rund 500 lebten 1933 in Lübeck. 1938 überfielen SA, SS und Gestapo Wohnungen und Geschäfte von 293 jüdischen Bürgerinnen und Bürgern. 1941/42 folgten die Deportationen.
Festgenommen, ins Zeughaus gebracht, verhört, misshandelt. Es folgten Prozesse nach § 175, Haft und Konzentrationslager. Seit 2013 wird jedes Jahr am 23. Januar am Mahnmal an sie erinnert.
Drei katholische Kapläne und ein evangelischer Pastor teilten regimekritische Schriften. Die Gestapo verhaftete sie, der Volksgerichtshof verurteilte sie zum Tode. Mit ihnen angeklagt: Laien wie Adolf Ehrtmann und Stephan Pfürtner.
„Ihr Leiden begann oft hier, in den Haftzellen der Geheimen Staatspolizei im Keller des ehemaligen Zeughauses.“
Wer heute neben dem Zeughaus lebt, betet, regiert oder arbeitet. Und was es heißt, dass hinter diesen Mauern geschah, was geschah.
Ihre Stimmen folgen, sobald die Interviews freigegeben sind.
Für Schulen, Kinos, Gemeinden und Gedenkinitiativen: Schreibt uns. Wir kommen gern zur Vorführung und zum Gespräch dazu.
Florian Wartner und Michael Haydn